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Steuern und Recht

Muss ich die THG-Prämie versteuern? Privat und gewerblich

Ob du die THG-Prämie versteuern musst, hängt davon ab, ob dein E-Auto privat oder betrieblich genutzt wird. Wir zeigen die Grundregeln für beide Fälle und sagen offen, wo die Lage nicht eindeutig ist.

Inhalt
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Privat: In der Regel steuerfrei
  3. Gewerblich: Betriebseinnahme
  4. Was du praktisch tun solltest
  5. Wie hoch ist die Prämie überhaupt?
  6. Was in dieser Frage offen ist
  7. Wo du dich verlässlich informierst
  8. Häufige Fragen
  9. Quellen
Hinweis:

Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Dieser Beitrag ist eine Orientierung auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen (Stand: Oktober 2026). Das Original der Verwaltungsanweisung haben wir nicht eingesehen, wir stützen uns auf Berichte darüber und auf die Verbraucherzentrale. Für deinen Einzelfall frag das Finanzamt oder eine Steuerberatung.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Privates E-Auto: Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist die Prämie in der Regel steuerfrei.
  2. E-Auto im Betriebsvermögen: Die Prämie gehört zu den Betriebseinnahmen und ist einkommensteuerpflichtig.
  3. Umsatzsteuer: Bei Unternehmern kann sie anfallen. Wie sie zu behandeln ist, klärst du mit deiner Steuerberatung.
  4. Die UBA-Bescheinigung ist keine Steuerbescheinigung. Die Prämie zahlt der Anbieter, nicht der Staat.

Privat: In der Regel steuerfrei

Elektro-Fahrzeughalter, die ihr Auto privat nutzen, müssen nach Angaben der Verbraucherzentrale ihre THG-Prämie in der Regel nicht versteuern. Hintergrund ist eine Verwaltungsauffassung, über die im Mai 2022 berichtet wurde: Das Landesamt für Steuern Rheinland-Pfalz hatte demnach am 29. März 2022 eine Kurzinformation veröffentlicht. Danach liegt bei der Quote eines privaten Fahrzeugs keine Anschaffung vor, sodass die Prämie nicht als privates Veräußerungsgeschäft besteuert wird. Sie gilt als nicht steuerbare Leistung im Privatvermögen. Nach dieser Auffassung hat auch ein Privatmann keine Umsatzsteuerpflicht, weil er mit der Quote nicht unternehmerisch handelt.

Zuvor war diskutiert worden, ob die Prämie als sonstige Einkünfte gelten und oberhalb einer Freigrenze steuerpflichtig sein könnte. Die Verbraucherzentrale erwähnt diese Freigrenze (§ 22 Abs. 3 EStG) weiterhin als möglichen Randfall. Wenn du Zweifel hast, ob deine Situation darunter fällt, lass sie prüfen.

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Gewerblich: Betriebseinnahme

Gehört das Elektrofahrzeug zum Betriebsvermögen, ist die Prämie nach Angaben der Verbraucherzentrale eine Betriebseinnahme. Sie erhöht den Gewinn und unterliegt der Einkommensteuer, bei Kapitalgesellschaften der Körperschaftsteuer. Das gilt für Selbstständige, Freiberufler und Unternehmen gleichermaßen.

Bei der Umsatzsteuer berichten Quellen, dass Unternehmer, die ihre Quote aus einem dem Unternehmen zugeordneten Fahrzeug übertragen, grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig handeln. In der Praxis ist die Abwicklung von der Rechnungsstellung und der Art des Anbieters abhängig. In Fachforen wird zum Beispiel diskutiert, ob das Reverse-Charge-Verfahren nach § 13b UStG zum Tragen kommt. Das ist keine verlässliche Auskunft, die klärst du mit deiner Steuerberatung. Kleinunternehmer haben eigene Regeln.

Steuerliche Behandlung der THG-Prämie nach Situation
SituationEinkommensteuerUmsatzsteuerQuelle / Hinweis
Privates E-Auto, private NutzungIn der Regel nicht steuerpflichtigIn der Regel keineVerbraucherzentrale; Verwaltungsauffassung 2022
E-Auto im BetriebsvermögenBetriebseinnahme, steuerpflichtigKann anfallenVerbraucherzentrale; Einzelfall prüfen
Dienstwagen, auf Arbeitgeber zugelassenBeim Arbeitgeber BetriebseinnahmeBeim Arbeitgeber zu klärenZulassung entscheidet, siehe Wer bekommt die THG-Quote?
Gemischte Nutzung, Zuordnung unklarNicht pauschal zu beantwortenNicht pauschal zu beantwortenSteuerberatung

Was du praktisch tun solltest

  1. Prüfe, wem das Fahrzeug steuerlich zugeordnet ist. Privatvermögen oder Betriebsvermögen?
  2. Hebe die Abrechnung des Anbieters auf, am besten mit Datum und Betrag. Bei Betriebsvermögen brauchst du sie für die Buchhaltung.
  3. Frag den Anbieter nach der Rechnungsstellung, wenn du Unternehmer bist, etwa wegen der Umsatzsteuer.
  4. Halte die Frist ein. Alle Stichtage: THG-Quote 2026: Frist und Stichtage.
  5. Vergleiche vor dem Abschluss, damit die Abrechnung zu deinem Fall passt. Unsere Übersicht der Anbieter zeigt Betrag und Modell.

Wie hoch ist die Prämie überhaupt?

Für ein E-Auto (Klasse M1) liegen die Fix-Prämien 2026 in unseren Daten zwischen 60 und 400 Euro, bei den meisten Anbietern zwischen 200 und 400 Euro (Stand Oktober 2026, Preise zuletzt geprüft zwischen 4. August und 22. Oktober 2026). Bei Nutzfahrzeugen und Bussen sind es deutlich höhere Beträge, siehe THG-Quote für Transporter, Lkw und Busse. Gerade dort lohnt sich die steuerliche Klärung vorab.

Was in dieser Frage offen ist

Die privat-steuerfreie Behandlung beruht auf einer Verwaltungsauffassung von 2022, nicht auf einer Gesetzesänderung. Sie bindet das Finanzamt in deinem Einzelfall nicht in jeder Hinsicht, schafft aber nach Berichten Rechtssicherheit, weil sie bundesweit abgestimmt wurde. Das Original der Kurzinformation haben wir nicht eingesehen. Ungeklärt bleibt für uns auch, wie die Umsatzsteuer bei Unternehmern im Detail abzuwickeln ist, weil wir dazu nur Forenbeiträge und Anbieterseiten gefunden haben. Behandle diese Punkte deshalb als Hinweise, nicht als Auskunft.

Wenn du mehrere Fahrzeuge in einer Flotte hast, notiere dir je Fahrzeug, ob es dem Betriebs- oder Privatvermögen zugeordnet ist. Das spart dir später Rückfragen.

Wo du dich verlässlich informierst

Wenn es um echtes Geld geht, hilft eine Auskunft vom Finanzamt oder aus der Steuerberatung mehr als jeder Ratgeber, auch dieser. Nimm die Abrechnung deines Anbieters und die Zuordnung deines Fahrzeugs (privat oder betrieblich) mit. Vorab kannst du auf den Seiten der Landesfinanzverwaltungen nach aktuellen Kurzinformationen zur THG-Quote suchen.

Häufige Fragen

Muss ich die THG-Prämie in der Steuererklärung angeben?

Bei einem privaten E-Auto in der Regel nicht, nach Angaben der Verbraucherzentrale. Bei Betriebsvermögen gehört sie in die Gewinnermittlung.

Zahlt der Anbieter die Prämie brutto oder netto aus?

Das hängt vom Anbieter und von deinem Status ab. Frag bei Unternehmen vor Vertragsabschluss nach, ob Umsatzsteuer ausgewiesen wird.

Gilt das auch für Selbstständige mit einem gemischt genutzten Auto?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Es kommt auf die Zuordnung zum Betriebs- oder Privatvermögen an. Hier ist eine Steuerberatung sinnvoll.

Gibt es eine amtliche Bescheinigung für das Finanzamt?

Das UBA stellt einen Bescheid über die Strommenge aus, der an den Antragsteller geht. Eine Steuerbescheinigung ist das nicht. Dein Anbieter liefert dir in der Regel eine Abrechnung.

Ändert sich die steuerliche Behandlung in den kommenden Jahren?

Das können wir nicht beurteilen. Die hier beschriebene Verwaltungsauffassung stammt von 2022. Wir halten den Beitrag aktuell, wenn sich die Quellenlage ändert.

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