THG-Quote für E-Transporter, E-Lkw und E-Busse
Für elektrische Transporter, Lkw und Busse legt das Bundesumweltministerium eigene Schätzwerte fest, die um ein Vielfaches höher sind als beim Pkw. Wir zeigen die Werte je Klasse, die Prämienspannen bei Voltori und was Flottenbetreiber beachten sollten.
Inhalt
Stand: Oktober 2026. Keine Steuer- oder Rechtsberatung. Die Schätzwerte werden laut Bundesumweltministerium jährlich überprüft und können sich ändern.
Das Wichtigste in Kürze
- Für N1 (leichte Nutzfahrzeuge), N2 und N3 (schwere Nutzfahrzeuge) und M3 (Busse) gelten eigene Schätzwerte, die deutlich über dem Pkw-Wert liegen.
- Der Schätzwert pro Fahrzeug und Jahr beträgt laut Bekanntmachung vom 10. August 2023: N1 3.000 kWh, N2 20.600 kWh, N3 33.400 kWh, M3 72.000 kWh. Beim Pkw sind es 2.000 kWh.
- Bei Voltori liegen die Fix-Prämien 2026 für Busse zwischen 11.000 und 12.060 Euro, für N3 zwischen 3.400 und 5.594,50 Euro. Es sind aber nur wenige Anbieter.
- Wie beim Pkw gilt: Berechtigt ist, wer als Halter in der Zulassungsbescheinigung Teil I steht.
Die Schätzwerte je Klasse
Für das nicht-öffentliche Laden, also im Depot, im Betrieb oder zu Hause, gibt es pauschale Schätzwerte pro Fahrzeug und Jahr. Das Bundesumweltministerium gibt sie im Bundesanzeiger bekannt. In der aktuellsten Bekanntmachung, die wir gefunden haben (10. August 2023), gelten diese Werte. Das UBA nennt in seinen FAQ ausdrücklich eigene Schätzwerte für N1, N2, N3 und M3.
Die Klassen im Überblick: N1 sind leichte Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen, N2 und N3 sind schwere Nutzfahrzeuge (N2 bis 12 Tonnen, N3 darüber) und M3 sind Busse mit mehr als acht Fahrgastplätzen und einem zulässigen Gesamtgewicht über 5 Tonnen.
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Schätzwert und Prämienspanne im Vergleich
Die Prämien stammen aus den Daten von Voltori. Stand: Oktober 2026, Preise zuletzt geprüft am 4. August 2026 (Nutzfahrzeuge) beziehungsweise zwischen 4. August und 22. Oktober 2026 (Pkw). Bei den größeren Klassen führen nur drei bis fünf Anbieter ein Angebot. Die Spannen sind deshalb eine Momentaufnahme, kein Marktdurchschnitt.
| Klasse | Fahrzeug | Schätzwert pro Jahr (BAnz 28.08.2023) | Fix-Prämie 2026 bei Voltori | Anbieter |
|---|---|---|---|---|
| M1 | Pkw | 2.000 kWh | 60 bis 400 Euro | 33 |
| N1 | Leichte Nutzfahrzeuge | 3.000 kWh | 270 bis 502,50 Euro | 5 |
| N2 | Schwere Nutzfahrzeuge | 20.600 kWh | 2.000 bis 3.450,50 Euro | 3 |
| N3 | Schwere Nutzfahrzeuge | 33.400 kWh | 3.400 bis 5.594,50 Euro | 3 |
| M3 | Busse | 72.000 kWh | 11.000 bis 12.060 Euro | 3 |
Die Prämien folgen grob dem Schätzwert: Ein Bus mit 72.000 kWh bringt ein Vielfaches eines Pkw mit 2.000 kWh. Die Anbieter gewichten das aber unterschiedlich, und nicht jeder nimmt jede Klasse an. Welche Anbieter welche Klassen führen, siehst du bei jedem Anbieter in der Übersicht aller Klassen auf den Detailseiten.
Besonderheiten für Flotten
Halter ist entscheidend. Wie bei Pkw gilt: Anspruch hat, auf wen das Fahrzeug zugelassen ist. Bei Leasing oder Mietmodellen in Flotten lohnt der Blick in den Schein und in den Vertrag, siehe Wer bekommt die THG-Quote?.
Sammelmeldung. Ein Anbieter kann mehrere Fahrzeuge gemeinsam beim UBA melden. Das UBA stellt dafür eine Excel-Vorlage bereit. Je Fahrzeug braucht es eine lesbare Zulassungsbescheinigung Teil I.
Rein batterieelektrisch. Nur rein batterieelektrische Fahrzeuge zählen. Hybrid- und Brennstoffzellenfahrzeuge sind in diesem Verfahren nicht vorgesehen. Bei Sonderfällen klärst du die Berechtigung vorab mit dem Anbieter.
Frist. Die Meldung muss bis 15. November 2026 beim UBA sein. Dein Anbieter braucht die Unterlagen früher, besonders bei vielen Fahrzeugen. Alle Stichtage in THG-Quote 2026: Frist und Stichtage.
Steuern. Bei betrieblich genutzten Fahrzeugen gehört die Prämie zu den Betriebseinnahmen. Mehr dazu in Muss ich die THG-Prämie versteuern?.
Verträge prüfen. Bei hohen Beträgen lohnt der genaue Blick auf Laufzeit, Auszahlungszeitpunkt und Mindesterlös, siehe Seriöse THG-Quote-Anbieter erkennen.
So gehst du vor
- Fahrzeugklasse in der Zulassungsbescheinigung Teil I prüfen.
- Anbieter suchen, der deine Klasse führt. Starte mit den Fix-Beträgen und prüfe den Anbieter auf der Detailseite.
- Bei einer Flotte beim Anbieter nach einer Sammelmeldung fragen.
- Frist und Zuständigkeit im Betrieb klären.
Wie viel mehr als beim Pkw?
Teilst du den Schätzwert der Klasse durch den Pkw-Wert von 2.000 kWh, siehst du den Faktor gegenüber dem Pkw. Das ist reine Rechnung auf Basis der Bekanntmachung.
| Klasse | Schätzwert | Faktor gegenüber dem Pkw |
|---|---|---|
| N1 | 3.000 kWh | 1,5 |
| N2 | 20.600 kWh | 10,3 |
| N3 | 33.400 kWh | 16,7 |
| M3 | 72.000 kWh | 36 |
Bei Anbietern spiegelt sich das nicht eins zu eins in der Prämie. Das liegt an der Kalkulation und daran, dass nur wenige Anbieter diese Klassen führen.
Häufige Fragen
Gibt es die THG-Quote auch für E-Lkw und E-Busse?
Ja. Für N1, N2, N3 und M3 gibt es eigene Schätzwerte, wenn die Fahrzeuge rein batterieelektrisch und zulassungspflichtig sind.
Wie hoch ist der Schätzwert für einen E-Bus?
72.000 kWh pro Jahr nach der Bekanntmachung vom 10. August 2023. Die Werte werden laut Ministerium jährlich überprüft.
Was zahlt ein Anbieter für einen E-Transporter?
Bei den fünf Anbietern in unserem Vergleich, die N1 führen, liegen die Fix-Prämien 2026 zwischen 270 und 502,50 Euro (geprüft am 4. August 2026). Die Aussagekraft ist wegen der kleinen Zahl an Anbietern begrenzt.
Können Flotten alle Fahrzeuge gemeinsam melden?
Ja, das UBA stellt für Sammelmeldungen eine Vorlage bereit. Das übernimmt in der Regel dein Anbieter.
Gilt der Wert auch für Fahrzeuge, die nur einen Teil des Jahres zugelassen sind?
Ja. Das UBA schreibt, dass der gesamte Schätzwert pauschal pro Fahrzeug und Jahr bescheinigt wird, auch wenn das Fahrzeug unterjährig zugelassen oder abgemeldet wird.